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Blogparade: Crowdsourcing und Co. – gut oder böse?

Der Newmarketingblog stellte heute die Frage, was wir von Crowdsourcing, Contests und Open Innovation halten. Ist es eine Gelegenheit für Arbeitgeber und Freiberufler, Neues kennen zu lernen? Oder ist es einfach Ausbeuterei? Die Frage lässt sich in meinen Augen nicht so einfach beantworten.

Worum geht es bei Crowdsourcing und Co.?

Das Prinzip dahinter ist die Auslagerung von Arbeit auf Freiberufler oder andere, vom Unternehmen unabhängige Berufsgruppen. Häufig wird mit Wettbewerben ein Anreiz geschaffen, teilzunehmen. Wer die beste Idee einreicht oder oder eine gute Lösung findet, der könnte zum Beispiel einen Preis bekommen. Aber ist die Sache so einfach?

Betrachten wir einmal die Vorteile:

Der Initiator des Contests hat die Möglichkeit, völlig neue Ideen für sein Unternehmen zu gewinnen. Vielleicht tummelt sich da draußen ja jemand, der auch einmal ein bisschen über den Tellerrand blickt und eine Idee hat, die die Mitarbeiter des Unternehmens noch nicht hatten. Gleichzeitig kann er recht günstig an diese Idee kommen, denn statt einen hohen Stundenlohn einzukalkulieren gibt es einfach für das Endergebnis einen netten Preis – und der muss mit der tatsächlichen Arbeitsleistung gar nichts zu tun haben.

Auch für denjenigen, der am Auftrag teilnimmt, kann es einige Chancen geben. Vielleicht ist seine Idee so Aufsehen erregend, dass er dadurch in der ganzen Branche bekannt wird. Dadurch steigen auch die Aufträge. Vielleicht begeistert er den  Veranstalter des Crowdsourcings auch dermaßen, dass er ein Angebot für eine dauerhafte oder sogar feste Mitarbeit erhält.

Und die Nachteile?

Was des einen Vorteile sind, sind des anderen Nachteile. Wer an einem solchen Projekt teilnimmt, hat keine Garantie auf eine Entlohnung, erst recht nicht auf eine angemessene. Vielleicht bekommt jeder ein kleines Dankeschön für seine Teilnahme. Aber in manchen Fällen kann sich nicht einmal der Gewinner des Contests darauf verlassen, dass sich sein Einsatz auch in irgendeiner Hinsicht gelohnt hat. Teilnehmen kann deshalb wohl auch nur derjenige, der finanziell so weit abgesichert ist, dass er unbezahlte Arbeit in das Projekt investieren kann – oder der so wenig zu tun hat, dass er damit wenigstens keine wichtige Arbeitszeit vergeudet. Gut, wer selbstbewusst genug ist, kann es natürlich auch einfach riskieren.

Wer den Wettbewerb ins Leben ruft, der geht natürlich das Risiko ein, dass keiner der Teilnehmer eine Lösung findet, die den eigenen Vorstellungen entspricht. Einen Gewinner muss man auch dann küren, wenn man eigentlich von keiner der eingereichten Arbeiten überzeugt ist. Gleichzeitig kostet auch die Organisation und Bewerbung des Projekts Geld. Man läuft also durchaus auch Gefahr, für nichts und wieder nichts Verluste zu machen.

Crowdsourcing aus Sicht eines Freiberuflers

Ich denke, dass man gerade als Freiberufler nicht viel zu verlieren hat, wenn man sich an solchen Projekten beteiligt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man unter Umständen viel Arbeitszeit umsonst investiert hat. Deshalb käme eine Teilnahme für mich nur dann in Frage, wenn ich gerade keine Kundenprojekte habe, um die ich mich kümmern muss. Es ist also vor allem ein Lückenfüller, der einige Chancen mit sich bringen kann. Sicherlich kann man von der Sache allein auch ganz gut leben, wenn man “es” wirklich gut draufhat und sich an so vielen Projekten beteiligt, dass es reicht, wenn man eines von zehn gewinnt.

This entry was posted on Mittwoch, November 3rd, 2010 at 09:48 and is filed under Blog. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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